11 TIPPS FÜR BESSERE PORTRAITS

Heute gibt es einen Blogeintrag, wie es ihn so noch nie von mir gab und ich bin sehr gespannt wie er ankommt. Ich wurde gebeten, meine Skills in eine Art Mini-Ratgeber zu verpacken, damit ihr diese befolgen könnt und es Euch leichter fällt, tolle Fotos zu schiessen. Los gehts:

1. meidet direkte Sonne

Menschen nicht in der knalligen Sonne, sondern im Schatten zu fotografieren, gehört zu den ältesten Fotoweisheiten. Das Licht ist dort wesentlich gleichmässiger und man verhindert unerwünschte Kontraste unter den Augen und überstrahlte, ausgebrannte Flächen.

2. Nutzt Fenster als Tageslichtquelle

Fenster werden als Lichtquelle oft unterschätzt. Man kann mit Tageslicht arbeiten, aber das Licht strahlt gezielt in eine Richtung und man hat einen schönen Lichtabfall. Da das Licht im Regelfall nicht von oben kommt, werden Augenränder minimiert. Wenn man einen lichtdurchlässigen Vorhang vor das Fenster hängt, wirkt es fast wie eine Softbox. Hat der Raum weisse Wände, wird das Licht zurückreflektiert und das Modell wird gleichmässiger ausgeleuchtet. In dunklen Räumen ist die Lichtrichtung noch deutlich und es wird dadurch mehr Dramatik erzeugt.

3. Gegenlicht einsetzen

Sein Model direkt vor die Sonne zu stellen und direkt hinein zu fotografieren, erzielt besonders dramatische Effekte. Man erhält dadurch ein schönes Haarlicht und spektakuläre Lensflares. Wenn man das Model gleichmässig ausgeleuchtet haben möchte, brennt meistens gleichzeitig der Hintergrund aus. Dem kann allerdings in der Bearbeitung entgegen gesteuert werde.

4. verzichtet auf lächerliche Posen

Gerne neigt man dazu, sein Model in Posen zu zwängen, die man mal irgendwo aufgeschnappt hat. Was bei Topmodels gut aussieht, macht den Normalbürger zum Affen. Wenn man kein Model vor der Linse hat, sollte man die Menschen in natürlichen Positionen darstellen. Lasst sie sich irgendwo anlehnen, hinsetzen oder aufstützen. Damit wird sich auch der/die Fotografierte wohler fühlen. Schwierig hingegen ist es für die meisten Menschen frei in der Gegend zu stehen.

5. traut euch Näher ran

Ein häufig gemachter Fehler ist zu viel auf einem Foto zu zeigen. Bilder auf denen zu viel zu sehen ist, sind meistens langweilig. Beim Menschen spielt sich alles im Gesicht ab und das besteht aus Augen, Nase und Mund. Man sollte sich trauen, richtig nah ran zu gehen und gewagte Bildausschnitte zu wählen. Die Fotos werden dadurch eine ganz andere Wirkung erzielen.

6. Redet!

Um die Situation mit dem Protagonisten aufzulockern, sollte der Fotograf Konversationen in die Wege leiten. So wird sich der Fotografierte vor der Kamera wohler fühlen und von der unangenehmen Situation des abgelichtet werden abgelenkt. Eine der größten Herausforderungen ist es, mit den Menschen zu reden und sie dahin zu bringen, dass sie sich öffnen. Seid der Spiegel für Eure Models. Verkörpert ihr eine lockere und offene Persönlichkeit, so wird das Model dies reflektieren. Habt ihr das einmal geschafft, wird sich das im Resultat zeigen. Kleiner Tipp: die ersten Bilder sind meistens die weniger starken und mit der Zeit, wenn Model und Fotograf miteinander warm geworden sind, kommen die guten Schüsse fast ganz von selbst.

7. Nutzt Morgen- und Abendlicht

Schlechte Nachrichten für Langschläfer: das Licht kurz vor dem Sonnenaufgang ist das Schönste. Wer es einmal aus dem gemütlichen Bett geschafft hat, wird mit prächtigen Fotos belohnt. Abends vor und nach dem Sonnenuntergang und während der blauen Stunde hat man eine ähnliche Lichtstimmung, welche man sich keinesfalls entgehen lassen sollte.

8. wechselt mal die Perspektive

Immer wie angewurzelt auf der Stelle zu stehen, sorgt für langweilige Resultate. Bewegt Euch auch mal um Euren Protagonisten herum, legt Euch auf den Boden oder stellt Euch irgendwo darauf. Ihr werdet Euch wundern wie viele unterschiedliche Fotos man bekommt, wenn man den Winkel etwas verändert.

9. beachtet die 2/3-Regel

Die 2/3-Regel sollte man möglichst oft einhalten, um dynamische Fotos mit starken Bildaufbau zu erhalten. Schon mit ein wenig Erfahrung benutzt man sie ganz intuitiv und unterbewusst. Natürlich kann man diese Regel auch mal brechen und andere Möglichkeiten nutzen, um ein Bild spannend aufzubauen, aber mit der 2/3-Regel ist man ganz sicher nicht auf dem falschen Weg.

10. Lasst Bewegung zu

Bittet Eure Models darum, sich zu bewegen. Lasst sie herumlaufen, irgendwo hochklettern oder tanzen. Ein Mensch in Bewegung sieht meistens natürlicher als ein versteinerter Mensch aus. Die Arme und Beine sind in Bewegung lockerer und die Körperhaltung verändert sich zum Positiven.

11. gebt euren models etwas in die Hand

Gebt den Leuten etwas in die Hand. Ein Gegenstand, der Bezug zum Menschen hat. So wie auf meinem Beispielfoto: dieser Kubaner fühlte sich wesentlich wohler mit seinen täglichen Begleitern, der Zigarre und seinem Fahrrad. Und abgesehen davon, ist das Foto dadurch viel authentischer und natürlich. Ich liebe es :-)

Ich wünsche Euch viel Spass beim Ausprobieren und freue mich wie immer über Euer Feedback. Ausserdem hoffe ich, dass diese Art von Blogeintrag (wie es ihn bei mir noch nie gab) Euren Geschmack trifft.

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