ANSTATT DIR

(M)ein Zuhause? Ein Obdachlosenwohnheim soll wohnungslosen Menschen eine Bleibe während des Übergangs zur eigenen Wohnung bieten. Hier sollen sie sich zuhause fühlen und soweit resozialisieren, dass die Arbeits- und Wohnungssuche erleichtert wird. Doch kann man sich an einem Ort, an welchem das Gefühl verbreitet wird, nur für kurze Zeit erwünscht zu sein, wirklich zu Hause fühlen? Wie fühlt man sich an einem Ort, an dem die Spuren eines jeden Bewohners so schnell wie möglich wieder beseitigt werden müssen? An einem Ort, an dem alles funktional und praktisch ausgerichtet ist, nicht gemütlich und heimelig?

Um dieser Thematik auf den Grund zu gehen, fotografierte ich drei Monate lang in einem Übernachtungs- und Wohnheim für obdachlose Männer.Ich habe viel mit den Betroffenen gesprochen und Informationen aus erster Hand erhalten. So konnte ich mich in ihre Situation einfühlen und mehr über die Empfindungen und Lebensqualität im herausfinden. Diese Gespräche halfen mir dabei, meine Fotografien noch stärker zu gestalten und so authentisch wie möglich widerzugeben, wie die Situation vor Ort aussieht. Übrigens waren nach

Schätzungen der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungshilfeim vergangenen Jahr in Deutschland 284.000 Menschen ohne feste Wohnung. Angesichts weiter steigender Mieten und immer knapper werdendem Wohnraum prognostiziert der Verband bis 2016 sogar 380.000 Wohnungslose. 80 % aller Obdachlosen in den Industriestaaten sind Männer.

 

Übrigens: diese Arbeit ist 
meine Vordiploms-Arbeit.

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